Vorfreude auf den neuen Kindergarten

Sie freuen sich auf den Neubau des Kindergartens in Arzberg (von links): Kita-Leiterin Wilhelmine Mages, Manfred Pfeiffer, Fraktionssprecher Peter Gräf, Bürgermeister Stefan Göcking, Elternbeirat Nadine Gollner, Sabine Neidhardt, Markus Tröger und dritter Bürgermeister Stefan Klaubert.

Bürgermeister Stefan Göcking und die SPD-Fraktion im Arzberger Stadtrat sind sich einig, dass es nichts Schöneres für eine Stadt gibt, als dass neue Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze gebraucht würden. Bei einem Besuch in der Villa Weinberggasse machten sich die Räte vor Ort im Gespräch mit den Betreuerinnen und dem Elternbeirat ein Bild von der aktuellen Situation. Gleichzeitig wurde auch darüber diskutiert, welche Anforderungen und Bedürfnisse beim Neubau eines Kindergartens wünschenswert wären. Denn seit Herbst letzten Jahres ist klar, dass die Stadt Arzberg einen neuen Kindergarten bauen wird. Die vorhandenen Einrichtungen platzen aus allen Nähten und es werden dringend neue Betreuungsplätze gebraucht, wie eine Bedarfsanalyse der Arzberger Stadtverwaltung und die Gespräche mit den einzelnen Einrichtungen eindeutig gezeigt haben. Dabei wurde auch untersucht, ob eine Sanierung und Erweiterung der Villa Weinberggasse eine Alternative wäre. Letztlich habe sich aber gezeigt, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist.

Die evangelische Kirchengemeinde wird die Kindertagesstätte „Villa Weinberggasse“ aufgeben. Dafür baut die Stadt Arzberg einen neuen Kindergarten an der Egerstraße.

Derzeit besuchen insgesamt 64 Kinder die ehemalige Auvera-Villa. Diese teilen sich auf in 17 Krippen- und 25 Kitaplätze sowie 22 Hortkinder. Betreut werden die Kleinen von derzeit 8 Mitarbeiterinnen. Zwar sei die Villa ein schönes Gebäude und auch der Gartenbereich sei ideal für das Spielen im Freien, aber die Räume seien zu dunkel und auch die Raumaufteilung entspräche nicht den Bedürfnissen der verschiedenen Gruppen, so die Leiterin der Kita Wilhelmine Mages. Für sie sei es besonders wünschenswert, so die Pressemitteilung weiter, dass in der neuen Einrichtung die Hort- und die Kitabetreuung in verschiedenen Bereichen oder Ebenen stattfinden muss. Die Kinder hätten einen unterschiedlichen Tagesablauf und sollten sich gegenseitig nicht stören. Der neue Eingangsbereich müsse mit einer Nass- und Schmutzzone beginnen, gefolgt vom Empfangs- und Infobereich und dann käme erst die „Hausschuhzone“. Es wäre auch wünschenswert, dass ein größerer Bistrobereich und Turnraum zur Verfügung stünden. Dazu haben sich die Betreuerinnen, so Erzieherin Almut Merkl, auch verschiedene andere Einrichtungen in der Region angesehen, um Ideen und Anregungen zu sammeln. Die einzelnen Gruppen bestünden auch nicht mehr so wie früher aus mehr als 30 Kindern. Kleinere Gruppen und entsprechendes Personal seien viel effektiver. Die Betreuerinnen sind sich einig, um dies alles zu verwirklichen, unter anderen auch längere Öffnungszeiten, müsse genügend gutes Personal vorhanden sein. Leiterin Wilhelmine Mages ergänzte, dass sie die alte Villa mit ihrem besonderen Charme sicherlich vermissen werde. Gleichzeitige freue sie aber auch darauf, dass mit dem Neubau an der Egerstraße, in direkter Nachbarschaft zum ebenfalls neu geplanten Seniorenheim, gute Austauschmöglichkeiten bestehen könnten, wenn der Betreiber dazu auch bereit sei. Regelmäßige gegenseitige Besuche, Feiern und Aktionen wären für beide Einrichtungen von Vorteil. Dies sieht auch dritter Bürgermeister Stefan Klaubert und seine Stadtratskollegen so. „Gemeinsam Plätzchen backen, St. Martin feiern, Osternester suchen und vieles mehr wären sowohl für die Kinder sicherlich spannend, aber auch für die älteren Menschen eine Belebung des Alltags und eine Aufwertung für beide Einrichtungen“, so Klaubert.

Die ehemalige Fabrikantenvilla liegt idyllisch im Tal der Röslau. Erbaut wurde sie 1901 von Carl Auvera. Leider ist das Jugenstilgebäude sehr in die Jahre gekommen und eine Sanierung als Kindergarten wäre unwirtschaftlich.

Bürgermeister Stefan Göcking freute sich über das große Engagement der Mitarbeiterinnen in der Villa Weinberggasse und vor allem auch darüber, dass man sich Gedanken über die Neuplanung und Neuausrichtung der Kindertagesstätte mache. Der Stadtrat müsse nun weise entscheiden, einerseits wie groß man bauen muss, andererseits aber auch, wie groß man bauen kann. Eines sei aber klar, so das Stadtoberhaupt, wir brauchen eine neue Einrichtung die zukunftsfähig und pädagogisch wertvoll ist und den Bedarf der nächsten Jahre abdeckt. Gleichzeitig müssen wir unseren Eigenanteil schultern können, gerade in Bezug auf die kommenden Haushalte wird dies sicherlich eine Herausforderung werden. Die beiden Neubauten in der Egerstraße sollten zudem, so Bürgermeister Göcking weiter, harmonisch zueinander errichtet werden und nicht zu sehr verschieden wirken. Für den Bau einer Kita gibt es sicherlich besondere gesetzliche Vorgaben. Die Stadt werde aber natürlich auch versuchen, die Wunschliste des Trägers und des Betreuungspersonals zu berücksichtigen. Alle Teilnehmer des Treffens waren sich einig, dass die Vorfreude auf den Neubau des Kindergartens groß ist. „Früher haben wir darüber diskutiert Einrichtungen zu schließen. Jetzt hat sich das zum Positiven umgekehrt. Denn für den Zuzug von Familien, aber auch von Firmen, ist das Angebot von guten und ausreichenden Betreuungsplätzen ein wichtiges Aushängeschild für eine Stadt“, unterstrich der Rathaus-Chef abschließend.