Unterstützung für die Arzberger Tafel

SPD-Mitglieder helfen bei der Ausgabe der Lebensmittel an bedürftige Menschen. Probleme mit Migranten gibt es in keinster Weise.

Sie unterstützten die AWO bei der Arzberger Tafel am vergangenen Samstag (von links): Dritter Bürgermeister Stefan Klaubert, SPD-Fraktionssprecher Peter Gräf, Dennis Klaubert, Stadtrat Paul Göths, Heike Landgraf, Rainer Seidel, Stadträtin Sabine Neidhardt und Stadtrat Markus Tröger.

Der Termin war schon lange vorher vereinbart worden. Trotzdem kommt es dem Kreis- und Ortsvereinsvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Alexander Wagner, gerade recht, dass ausgerechnet am vergangenen Samstag Mitglieder der SPD-Arzberg die Ausgabe an der Tafel übernommen haben. Denn zwei Tage vorher war in der Frankenpost ein Artikel über die Jahreshauptversammlung der Tafel in Marktredwitz erschienen, in dem die dortige Vorsitzende Elsa Richter den hohen Anteil von Migranten bei den Essenausgaben beklagte. Quasi als Kronzeugen bestätigen die SPD-Helfer, dass die Situation an der Tafel in Arzberg völlig normal sei. „Kein Mensch muss Angst vor Flüchtlingen haben“, betonte SPD-Vorsitzender und Dritter Bürgermeister Stefan Klaubert.

Heike Landgraf (links) war mit großem Engagement bei der Tafelausgabe dabei.

In Arzberg kommen laut AWO-Chef Alexander Wagner gerade einmal sechs Prozent der Flüchtlinge und Asylbewerber zu der karitativen Einrichtung, um sich wöchentlich an den Samstagen für Lebensmittel anzustellen. „Die Migranten machen 20 Prozent unserer Tafel-Kunden aus“, betonte er. „Und wir hatten noch nie Probleme mit ihnen bei der Ausgabe der Waren. Sie stellen sich genauso in die Reihe wie alle anderen, die berechtigt sind, sich Lebensmittel bei der Tafel zu holen. Wir haben dafür ein System mit Farben entwickelt, sodass niemand sich benachteiligt fühlt und alles in geordneten Bahnen abläuft.“

Bei der Begutachung der Lebensmittel (von links): Stadtrat Paul Göths, Stadtrat Markus Tröger und der stellvertretende Vorsitzende der AWO-Arzberg Dietmar Bauer.

Es herrschte eine sehr harmonische Stimmung zwischen den Tafelhelfern und den Kunden, bekräftigt auch Stefan Klaubert. „Wir bedanken uns ausdrücklich für den großen Einsatz und die Hilfsbereitschaft, die die Helferinnen und Helfer der Arzberger Tafel jeden Samstag erbringen. Auch wenn es insgesamt sehr traurig ist, dass wir diese Einrichtung brauchen, so sind wir dennoch sehr glücklich, dass die AWO unterstützungsbedürftigen Menschen hilft und sie mit Lebensmitteln versorgt.“

Mit viel Freude bei der Backwarenausgabe (von links): Rainer Seidel, Stadträtin Sabine Neidhardt und Dietmar Bauer.

Bei der Ausgabe hatten er und die anderen SPD-Mitglieder laute nette und dankbare Menschen vorgefunden, sagte Rainer Seidel. Sie repräsentierten ein gemischtes Abbild der Arzberger Bevölkerung. „Ich hätte nie gedacht, wer alles auf Unterstützung angewiesen ist. Man bekommt durch die eigene Mitarbeit an der Tafel einen ganz neuen Blick auf einzelne Schicksale“, meinte Heike Landgraf. Die SPD-Leute sind mit sehr viel Dankbarkeit und Freundlichkeit durch die Tafelbesucher empfangen worden, sagte Fraktionsvorsitzender Peter Gräf. Und Sabine Neidhardt betonte: „Ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde, um mitzuhelfen. Ich kann nur jedem empfehlen, der die Zeit hat, hier tatkräftig mit anzupacken.“

Bei der Lebensmittelausgabe an der Arzberger Tafel herrscht eine sehr harmonische und freundliche Stimmung zwischen den Tafelhelfern und den Kunden.

Wie die Frankenpost vom 2. Mai 2019 berichtet, sieht die Vorsitzende der Marktredwitzer Tafel, Elsa Richter, in dem hohen Anteil von Migranten den Grund für die rapide Abnahme der Zahl von einheimischen Tafelkunden. Außerdem beklagt sie die Zunahme mafiöser Strukturen durch Menschen aus Osteuropa.

Dem hält AWO-Vorsitzender Alexander Wagner entgegen, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, allen Menschen zu helfen, die dazu berechtigt sind. „Wir organisieren das so, dass alle an die Reihe kommen. Alles läuft in geordneten Bahnen ab. Deswegen brauchen wir auch keinen Sicherheitsdienst. Und wir schauen nicht darauf, aus welchem Land jemand kommt oder welche Hautfarbe er hat. So etwas kommt gar nicht infrage.“