Klausur 2020 – Mit Schwung ins Neue Jahr

Die Arzberger SPD-Fraktion bespricht mit den Kandidaten, was schon verwirklicht ist und was noch angepackt werden muss. Die Liste der Themen ist lang. Alle Kandidatinnen und Kandidaten gehen mit Schwung ins Neue Jahr.

#TEAM ARZBERG

Eine lange Liste von Themen, die für die weitere Entwicklung Arzbergs in den nächsten Jahren wichtig sind, haben die Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion bei einer Klausur abgearbeitet. Gleichzeitig sollte das Treffen den neuen Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl die Möglichkeit bieten, sich über aktuelle Fragen und Inhalte der Stadtratsarbeit zu informieren.

Fraktionssprecher Peter Gräf zeigte mit einer Powerpoint-Präsentation die zurückliegenden und für die Zukunft anstehenden Schwerpunkte und Projekte auf. Zum Beispiel informierte er über die erfolgreiche Arbeit des gKU Winterling mit Vorstand Cäcilia Scheffler an der Spitze, das für die Sanierung und Wiederbelebung der früheren Porzellanfabrik Arzberg zuständig ist. „Wir stehen jetzt schon sehr gut da“, sagte Gräf. Mithilfe von Finanzmitteln des Freistaats und der Regierung von Oberfranken würden hier Millionen von Euro bewegt. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, sagte dritter Bürgermeister Stefan Klaubert. Auf die Frage von Peter Zittlau nach Arbeitsplätzen erläuterte Bürgermeister Stefan Göcking, dass die Firma Zarelo, die Feueranzünder produziert, zum Beispiel rund zwei Dutzend Arbeitsplätze in Arzberg geschaffen habe.

Bei der Ansiedlung der Lebenshilfe im ehemaligen Schumann-Areal hätten die verschiedenen Interessen der Beteiligten unter einen Hut gebracht werden müssen, unterstrich der Fraktionsvorsitzende. Gräf und Klaubert wiesen darauf hin, dass bei öffentlichen Projekten vieles nicht so schnell funktionieren könne, wie die Menschen dies aus ihrem Privatleben gewohnt seien. Zudem müsse die Stadt in der Lage sein, ihren jeweiligen Eigenanteil zu finanzieren. Peter Gräf meinte, bei Maßnahmen wie „Aktien“ oder Schumann-Areal und auch beim Stadtumbau müssten zahlreiche Faktoren geklärt werden: Besitzverhältnisse, Planung, Zustimmung der Zuschussgeber, Umplanungen, Firmen finden. „Das dauert alles sehr lang und ist für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen“, sagte er.

Im Bereich Wirtschaft betonte Klaubert, dass Stefan Göcking zu den großen und kleinen Firmen sehr gute Beziehungen pflege, zum Teil sogar freundschaftliche. Mit der Umstrukturierung und dringend nötigen Sanierung der Wasserversorgung garantiere die Stadt auch den Unternehmen, dass sie das für die Produktion nötige Wasser bekommen, sagte der Bürgermeister. Es gebe die Idee, für die Firma Purus eine eigene Brauchwasserleitung zu bauen, damit in der Produktion kein Trinkwasser mehr verwendet werden müsse. Auch ordentliche Kanäle und eine gute Kläranlage seien Standortfaktoren für die Wirtschaft. Bei der Wasserversorgung stehe die Stadt Arzberg inzwischen weit besser da als die meisten anderen Kommunen, sagte Peter Gräf.

Der Bürgermeister verwies auch auf die Projekte rund um Smart Grid, von deren Forschungsergebnissen die Firmen profitieren könnten. Auch in Sachen Wasserstoff, E-Mobilität und Gaskraftwerk sei die Stadt weiterhin aktiv. Auf den Stadtumbau eingehend, sagte Gräf, dass hier vieles schon geschehen sei, aber auch noch etliche Maßnahmen anstünden. Dass der Umbau der alten Schule in ein Bürgerhaus und der Bau des Wohnhauses an der Friedrich-Ebert-Straße 2 in den Bereich Innenstadt und damit in eine bessere Förderung aufgenommen worden seien, sei nur Bürgermeister Göcking zu verdanken. Stefan Cavrag meinte, für das Gelände des ehemaligen Einkaufszentrums am Busbahnhof sei zu hoffen, dass der aktuelle Besitzer das Areal im Sinne der Stadt positiv entwickelt. „Vielleicht können wir aus dem Käufer einen Investor machen, um mit ihm gemeinsam Pläne zu verwirklichen.“

Mittlerweile habe es Arzberg geschafft, den Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, erläuterte Gräf. Doch auch in diesem Bereich müssten die Bemühungen weiter gehen, waren sich die Klausur-Teilnehmer einig. Manfred Pfeiffer schlug vor, den Klimaschutzbeauftragten des Landkreises nach Arzberg zu holen. Die Idee, einen Energie-Tag in Arzberg zu veranstalten, fanden alle gut. Ebenso waren die Klausurteilnehmer dafür, in diesem Jahr wieder eine Fahrt in die Partnergemeinde Arzberg in der Steiermark zu organisieren und auch die anderen Partnerschaften zu festigen. Besonders am Herzen liegt den Sozialdemokraten, wie sich in dem Gespräch herausstellte, zudem altersgerechtes Wohnen für Senioren sowie die ärztliche Versorgung.

Hochwasserschutz, Straßenbau, Schulen, Kindergärten, Tourismus und Freizeit waren unter anderem weitere Themen, die die Stadträte mit den Kandidaten besprachen.